Donnerstag, August 24, 2006

Web 2.0, Berners-Lee und Bullshit

Im podcast der Reihe DeveloperWorks Interview von IBM äußert sich Tim Berners-Lee im Gespräch mit Scott Laningham zur Vergangenheit und Zukunft des Web. Es wundert nicht, dass er signifikante Fortschritte vor allem von der Entwicklung des Semantischen Webs erwartet. Aber er relativiert dabei auch entschieden den Marketing Hype um den Begriff Web 2.0. Auf die Frage, ob er die verbreitete Einschätzung teile, dass es beim Web 1.0 um die Verbindung von Computern und die Zugänglichmachung von Informationen ging, beim Web 2.0 hingegen darum, Menschen zusammen zu bringen und neue Wege der Zusammenarbeit zu ermöglichen, sagt Berners-Lee:

Ganz und gar nicht. Beim Web 1.0 ging es immer darum, Menschen zusammen zu bringen. Es war ein Raum der Zusammenarbeit und ich glaube, dass "Web 2.0" natürlich ein Kauderwelsch-Begriff ist: keiner weiß, was das heißen soll. Wenn Blogs und Wikis für jemanden das Web 2.0 ausmachen, dann dreht sich das um Mensch-zu-Mensch-Kommunikation. Aber das ist genau das, worum es beim Web immer ging.
Und dieses sogenannte Web 2.0 heißt, die Standards zu verwenden, die von all den Leuten entwickelt wurden, die am Web 1.0 gearbeitet haben. Es bedeutet, das Document Object Model zu verwenden, HTML, SVG und so weiter. Es verwendet HTTP und baut also Sachen auf Grundlage der Web Standards - plus natürlich JavaScript.

via Read/Write Web

Wenn also das "Web 2.0" dahin gepackt ist, wo es hingehört, kann man sich dem satirischen Web2.0-Logo-Generator widmen und anschließend sich beim Web 2.0 Bullshit Generator (TM) die passende Catchphrase besorgen. Bei Web Two Point Oh! bekommt man auch noch den entsprechenden Firmennamen generiert. Oder alles in umgekehrter Reihenfolge, wer weiß. (via O'Reilly Radar)